Biogasanlagen, aber auch alle Anlagen mit explosionsgefährdenden Bereichen sind überwachungsbedürftige Anlagen. Nach geltendem Recht bestehen für diese Anlagen klare Vorgaben hinsichtlich der Anlagendokumentation.
Als Voraussetzung für den ordentlichen Betrieb einer solchen Anlage muss die Dokumentation stets vollständig und auf dem aktuellen Stand gehalten werden.
Die am 21. Januar 2019 veröffentlichte TRAS 120 benennt den aktuellen Stand der Sicherheitstechnik.

Wir zeigen hier eine Übersicht, wie die einzelnen Dokumente aussehen und welche Inhalte sie haben sollen.
(diese Dokumentationsbeispiele als PDF zum download)

Wir bieten gerne an, die Dokumentation von Bestandsanlagen zu prüfen, zu aktualisieren und wenn etwas fehlt, die Dokumente anzufertigen.


1 Muster GBU

Gefährdungsbeurteilung

Die Gefährdungsbeurteilung ist das zentrale Dokument einer jeden Anlage und ohne gültige und aktuelle GBU darf nach der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) die Anlage nicht betrieben werden.

Nach einer gründlichen Analyse werden in der GBU alle von der Anlage ausgehenden Gefährdungen der Beschäftigten erfasst und beurteilt und daraus die notwendigen und geeigneten Schutzmaßnahmen festgelegt und beschrieben.

Die Festlegung erfolgt in der Reihenfolge:

  • Technische Schutzmaßnahmen,
  • organisatorische Schutzmaßnahmen
  • persönliche Schutzmaßnahmen
  • Schutzmaßnahmen gegen äußere Gefährdungen (wie z.B. durch Unwetter oder Substratlieferung).

 

 

 

 2 Muster Ex DokumentExplosionsschutzdokument

Werden in der GBU Bereiche mit gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre festgestellt, so ist gemäß der BetrSichV und GefStoffV (Gefahrstoffverordnung) für jeden dieser Bereiche ein Explosionsschutzdokument zu erstellen.
Im Explosionsschutzdokument werden die möglichen Explosionsgefährdungen erfasst und die getroffenen Schutzmaßnahmen beschrieben, mit der Festlegung von technischen Schutzmaßnahmen, organisatorischen Schutzmaßnahmen und persönlichen Schutzmaßnahmen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 3 Muster Ex ZonenplanEx-Zonenplan

Der Ex-Zonenplan ergibt sich aus der GBU und dem Explosionsschutzdokument und ist die zeichnerische Darstellung der festgelegten Ex-Schutzzonen.


Bezüglich der Form des Planes gibt es keine verbindliche Norm, aber es muss klar und deutlich die Position und die Lage der festgelegten Ex-Schutzzonen und deren Art ersichtlich sein.

Wir empfehlen deshalb nicht nur eine Draufsicht zu zeichnen, sondern auch einen Schnitt durch die Anlage.

 

 

 

 

 

 

 

 


4 Muster FeuerwehrplanFeuerwehrplan

Für den vorbeugenden Brandschutz ist ein Feuerwehrplan und ein Brandschutzkonzept zu erstellen und mit der örtlichen Feuerwehr abzustimmen.

Der Feuerwehrplan muss im Format DIN A3, nach DIN 14095 erstellt sein und es dürfen nur die genormten Piktogramme verwendet werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 5 Muster Flucht und RettungsplanFlucht- und Rettungsplan

Nach der ArbStättV muss für weitläufige Betriebsanlagen mit unübersichtlichen Verkehrs-wegen, für größere Gebäude und wenn eine größere Anzahl von Beschäftigten oder betriebsfremden Personen anwesend sein können, ein Flucht- und Rettungsplan nach
DIN 23601 aushängen.

Auch wenn das für die meisten landwirtschaftlichen Biogasanlagen nicht zutrifft, so ist ein Flucht- und Rettungsplan auch für kleinere Anlagen zu empfehlen.

Wenn eh schon ein Feuerwehrplan oder Ex-Zonenplan gezeichnet wird, ist der Aufwand für die Erstellung des Flucht- und Rettungsplan gering. Es sind dazu nur wenige Zeichnerstunden erforderlich um die dazu passenden Piktogramme einzusetzen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6 AnlagenbeschilderungAnlagenbeschilderung

Alle gefährdeten Bereiche an der Anlage, sowie die Fluchtwege, Fluchttüren etc., müssen gut sichtbar beschildert sein.

Es sind die einheitlichen Symbole nach DIN ISO 7010 zu verwenden, welche im Fachhandel in verschiedenen Ausführungen und Größen erhältlich sind.

Die sichtbaren Rohrleitungen müssen bezeichnet sein, mit Art des Mediums und der Fließrichtung.

Wir empfehlen, auch alle Apparate und Messstellen mit Namensschildern zu versehen.
Neben der Bezeichnung des Teiles sollen die selben Ordnungskennziffern aufgeführt sein, wie sie im R&I, in der Funktionsmatrix, der EMSR Liste und für die Programmierung der Steuerung verwendet werden.

Diese Durchgängigkeit und Ordnung muss auch bei späteren Änderungen an der Anlage beibehalten werden.

 

 

 

 

 

 

8 Muster R.u.I.Verfahrensfließbild (R & I)

Jede Anlage muss ein aktuelles Verfahrensfließbild haben. In der TRAS 120 ist als Stand der Technik das Vorhandensein und die Aktualität eines Verfahrensfließbildes ausdrücklich ausdrücklich gefordert.

Ein R & I, nach DIN ISO 10628, zeigt übersichtlich die Funktion und den Aufbau einer Anlage, mit allen Rohrleitungen, eingesetzten Aggregaten, Armaturen und Messstellen. Das verwendete Material und die Rohrleitungsdimensionen sind einzutragen ebenso der jeweilige Stoffstrom.

Jedes verbaute Teil muss eine eindeutige Identifikationsnummer haben, welche durchgängig in allen anderen Dokumentationen und im Steuerprogramm verwendet wird.

In einer Legende sind die Hauptkomponenten aufzuführen und zu spezifizieren.

 

 

 

 

 

 


EMSR Liste, Bauteileliste, Behälterliste

Parallel zum R&I sollte eine EMSR Liste, eine Pumpen-,  Aggregate- und Armaturenliste und nicht zuletzt eine Behälterliste erstellt werden, in welchen alle verbauten Komponenten aufgelistet sind, mit
Bezug auf die im R&I vergebenen Ordnungnummern.

Das ist quasi die Stückliste der Anlage und zu jedem Bauteil sollen die wesentlichen Herstellerangaben, technischen Daten und die Schutzart aufgeführt werden.
Wird das gewissenhaft gemacht, sind spätere Ersatzbeschaffungen wesentlich erleichtert.

 


Liste der exgeschützten Betriebsmittel

Die Liste der exgeschützten Betriebsmittel ist ein Pflichtdokument nach anerkanntem Stand der Technik (siehe TRAS 120).

Hat man ordentliche und vollständige EMSR – und Aggregateliste erstellt, können alle Komponenten mit Ex-Schutzart leicht herausgefiltert werden.

 


7 Muster FunktionsmatrixFunktionsmatrix

Eine Funktionsmatrix ist nicht zwingend vorgeschrieben, aber sehr empfehlenswert.

Mit einer Funktionsmatrix erhält man eine Übersicht aller Signal- und Schaltverknüpfungen, diese ist die Basis der Anlagensteuerung.

Aus sicherheitstechnischer Sicht wird auf einen Blick deutlich, ob eventuelle Funktionslücken vorhanden sein können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


9 Muster ErdungsplanErdungsplan

Zum Nachweis der VDE Konformität und eines ausreichenden Blitzschutzes sollte ein Erdungsplan erstellt werden.

Die zu verwendeten Symbole müssen zum allgemeinen Verständnis gemäß VDE und DIN sein.

Hinweis: Sind Blitzfangeinrichtungen installiert, dürfen die Ableitungen (Erdung) nicht mit dem Potentialausgleich der Anlage verbunden sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 Lageplan, Umwallungsplan, Rohrleitungsplan

Bei vielen Bestandsanlagen ist der Lageplan und falls überhaupt vorhanden, der Rohrleitungsplan, noch auf dem Stand der Genehmigungsunterlagen. Diese Pläne sollten aber immer den aktuellen Zustand
darstellen, also wie die Anlage tatsächlich gebaut wurde.

Mit der neuen, im April 2017 in Kraft getretenen AwSV, die die bisherigen länderspezifischen Wasserhaushaltsgesetze (WHG) für ganz Deutschland vereinigt hat, kann sich für Bestandsanlagen bis späte-
stens zum 1. August 2022 die Notwendigkeit einer Umwallung ergeben. Ob und in welcher Form, sollte man rechtzeitig prüfen und planen.